Die Säule 3a ist für viele Menschen in der Schweiz ein fester Bestandteil der Vorsorge. Doch was auf den ersten Blick harmlos wirkt, kann über die Jahre sehr viel Geld kosten. Vor allem dann, wenn Gebühren, Anlagestrategie und Anbieter nie wirklich hinterfragt werden.
Tipp: Mit unserem Drei-Säulen-Check findest Du heraus, ob Deine Vorsorge zu Deiner heutigen Lebenssituation passt und welches Potenzial noch darin steckt.
Im besten Fall vergleichst Du jährlich Deiner Krankenkassen-Grundversicherungsprämie, holst mehrere Offerten bei Hypotheken-Erneuerungen ein verhandelst beim Auto kaufen mit dem Händler. Doch wie sieht die Sache bei Deinem 3a aus? Oft eröffnen Herr und Frau Schweizer ein 3a-Konto oder schliessen eine Vorsorgepolice ab. Sie zahlen jährlich pflichtbewusst ein, lassen aber die Lösung dann jahrelang unverändert weiterlaufen.
Das ist nachvollziehbar, denn die meisten Menschen haben genug anderes zu tun. Familie, Beruf, Wohneigentum, Steuern, Versicherungen und der Alltag beanspruchen Zeit und Energie. Die Vorsorge landet dann schnell in der Kategorie: «Ist erledigt.»
Aber hier entsteht ein schwerwiegender Denkfehler. Denn die Säule 3a ist keine kleine Nebensache. Wer über 20, 30 oder 40 Jahre regelmässig einzahlt, baut ein erhebliches Kapital auf. Kleine Unterschiede bei Gebühren oder Rendite wirken über einen so langen Zeitraum viel stärker, als man intuitiv vermuten würde.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Eine 35-jährige Person zahlt jedes Jahr CHF 7'258 in die Säule 3a ein. Das Geld wird über 30 Jahre investiert. Vor Kosten beträgt die durchschnittliche Rendite 4.5% pro Jahr.
Bei jährlichen Gesamtkosten von 0.40% entsteht bis zur Pensionierung ein Kapital von rund CHF 430'000. Bei jährlichen Kosten von 1.40% sind es nur noch rund CHF 360'000. Der Unterschied beträgt etwa CHF 70'000. Nicht, weil weniger einbezahlt wurde oder weil schlechter investiert wurde, sondern nur, weil die Kosten jedes Jahr höher waren.
Performt dann Dein Fonds noch 1% schlechter als ein vergleichbar anderer, erhöht sich der Unterschied auf CHF 130'000. Über längere Zeiträume wird dieser Effekt noch deutlicher. Wer früh mit dem Vorsorgesparen beginnt, profitiert stark vom Zinseszinseffekt. Der Unterschied für eine 25-jährige Person beim selben Vergleich (3.5% Rendite statt 4.5% und 1.4% Kosten statt 0.4%) erhöht sich sogar auf CHF 280'000. Das ist kaum zu glauben, aber harte Realität für viele Anleger und Anlegerinnen.
Wichtig sind unter anderem die jährlichen Gesamtkosten (englisch TER = Total Expense Ratio) und Ausgabeaufschläge. Aber auch andere versteckte Kosten wie Wechselkursaufschläge oder Dachfondskosten können erhebliche Unterschiede ausmachen. Nicht jede Gebühr ist auf den ersten Blick sichtbar. Deshalb sollte man bei einer 3a-Lösung nicht nur fragen: «Was bringt sie?», sondern viel mehr auch: «Was kostet sie mich?».
Viele Menschen starten mit einem klassischen 3a-Konto. Das ist einfach, verständlich und fühlt sich sicher an. Der Betrag schwankt nicht, man sieht jedes Jahr die Einzahlung und weiss: Das Geld ist auf der Seite.
Für kurze Zeiträume kann das sinnvoll sein. Wenn Du das Geld bald für Wohneigentum beziehen möchtest oder kurz vor der Pensionierung stehst, kann Sicherheit wichtiger sein als Renditechancen. Wer jedoch noch viele Jahre bis zur Pensionierung hat, sollte eine Wertschriftenlösung prüfen.
Bei einer 3a-Anlagelösung wird das Geld beispielsweise in aktive Fonds oder passive ETF investiert. Dadurch entstehen Schwankungen. Es kann also Jahre geben, in denen der Wert fällt und Jahre, wo es nach oben geht. Langfristig bieten Anlagen aber in der Regel bessere Renditechancen als reine Sparkonten.
Entscheidend ist nicht, ob Konto oder Anlage grundsätzlich «besser» ist. Entscheidend ist, was zu Deiner Situation passt. Dabei spielt die Frage, wie lange Dein Geld investiert bleiben darf, eine sehr zentrale Rolle. Aber auch andere Fragen sind wichtig: Wie gut kannst Du Schwankungen aushalten? Hast Du bereits Erfahrungen mit Anlagen? Planst Du Wohneigentum? Wie sicher ist Dein Einkommen?
Die Säule 3a ist besonders beliebt, weil Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. Für Angestellte mit Pensionskasse liegt der Maximalbetrag 2026 bei CHF 7'258. Selbständiger-werbende ohne Pensionskasse können bis zu 20% ihres Nettoerwerbseinkommens einzahlen, maximal CHF 36'288.
Das kann je nach Einkommen, Wohnort und Steuersituation eine spürbare Entlastung bringen. Gerade Familien mit gutem Einkommen profitieren oft deutlich davon. Trotzdem sollte die Steuerersparnis nicht der einzige Grund für eine Einzahlung sein. Es wäre schade, jedes Jahr Steuern zu sparen, aber gleichzeitig über Jahrzehnte eine unpassende oder zu teure Lösung zu behalten. Eine gute Vorsorge endet nicht mit der 3a-Einzahlung. Sie kann aber ein guter Anfang sein.
Interessant ist auch, dass unter bestimmten Voraussetzungen ab 2026 nachträgliche Einzahlungen in die Säule 3a möglich werden. Solche Nachzahlungen betreffen Beitragslücken ab 2025 und können vor allem für Personen spannend sein, deren Einkommen über die Jahre schwankt. Die Säule 3a wird also flexibler, aber dadurch auch erklärungsbedürftiger.
Auf den ersten Blick sehen viele 3a-Produkte ähnlich aus. Es gibt ein Factsheet, einen Aktienanteil, eine Renditeangabe und einige Gebühren. Doch im Detail unterscheiden sich die Angebote stark.
Einige Lösungen sind sehr günstig, aber kaum begleitet. Andere bieten Beratung, sind dafür teurer. Wieder andere setzen auf bestimmte Fonds, nachhaltige Anlagen oder digitale Verwaltung. Auch die Frage, wie einfach ein Wechsel möglich ist, kann später wichtig werden.
Grundsätzlich gilt: Das günstigste Produkt ist nicht automatisch das Beste. Aber ein teures Produkt muss seinen Preis rechtfertigen. Wer hohe Gebühren bezahlt, sollte auch verstehen, wofür.
Sinnvoll ist ein Blick auf das Gesamtbild: Passt die Anlagestrategie? Sind die Kosten transparent? Ist das Risiko verständlich? Wird Deine persönliche Situation berücksichtigt? Und passt die Lösung noch zu Deinem Leben heute?
Genau hier setzt monfin an. Wir betrachten die Säule 3a nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Deiner gesamten finanziellen Situation: Einkommen, Familie, Steuern, Hypothek, Pensionskasse, Anlagen und Pensionierung.
Viele 3a-Lösungen stammen aus einer anderen Lebensphase. Vielleicht hast Du Dein Konto mit 28 eröffnet, als Du noch keine Kinder hattest. Heute bist Du 42, hast Familie, eine Hypothek, mehr Einkommen und andere Ziele. Trotzdem läuft die Vorsorge noch genau gleich weiter. Das muss nicht falsch sein, sollte aber gelegentlich überprüft werden.
Besonders wichtig ist die Frage, ob mehrere 3a-Konten sinnvoll wären. Wer später das gesamte 3a-Kapital auf einmal bezieht, kann steuerlich schlechter fahren als bei gestaffelten Bezügen über mehrere Jahre. Mehrere Konten und Depots können daher helfen, die Steuerbelastung beim Bezug zu optimieren. Das sollte jedoch früh genug geplant werden.
Auch die Aktienquote verdient Aufmerksamkeit. Wer noch 25 Jahre Zeit hat, kann häufig mehr Schwankungen tragen als jemand, der kurz vor der Pensionierung steht. Umgekehrt sollte man nicht zu lange mit einer sehr offensiven Strategie investiert bleiben, wenn das Geld bald benötigt wird.
Der erste Schritt ist einfach: Verschaffe Dir einen Überblick. Welche 3a-Produkte hast Du? Handelt es sich um Konten, Fonds oder digitale Anlagelösungen? Wie viel liegt wo? Und wann hast Du die Lösung zuletzt bewusst geprüft?
Danach geht es um die Details. Schau Dir die Gebühren an. Prüfe den Aktienanteil. Vergleiche die langfristige Entwicklung. Frage Dich, ob Du die Strategie verstehst. Wenn Du nicht erklären kannst, wie Deine Säule 3a investiert ist, ist das ein Zeichen, genauer hinzuschauen.
Der dritte Schritt ist die Einordnung. Eine 3a-Lösung sollte zu Deinen Zielen passen. Geht es Dir vor allem um Steuerersparnis? Um langfristigen Vermögensaufbau? Um Wohneigentumsfinanzierung? Um Frühpensionierung? Oder um mehr Sicherheit im Alter?
Mit unserem Anlage-Check prüfen wir Deine aktuelle Vermögenssituation auf mögliche Kostenfallen und verpasstes Potenzial.
Deine Säule 3a muss nicht kompliziert sein. Aber sie sollte bewusst gewählt und regelmässig überprüft werden. Denn über viele Jahre können kleine Unterschiede grosse Wirkung entfalten – positiv wie negativ. Starte jetzt mit dem Drei-Säulen- oder Anlage-Check.
Blogartikel von Marc Meier