Individualbesteuerung: Das ändert sich für Dich

Die Schweiz hat einen historischen Entscheid gefällt: Die Individualbesteuerung wurde angenommen. Doch was bedeutet das konkret für Dich und Deine Familie? In diesem Artikel erfährst Du, wer profitiert, wo Risiken liegen und wie Du Dich optimal vorbereitest.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Individualbesteuerung wurde am 8. März 2026 mit rund 54% Ja-Stimmen angenommen 
  • Künftig wird jede Person unabhängig vom Zivilstand separat besteuert 
  • Die sogenannte «Heiratsstrafe» wird damit abgeschafft 
  • Besonders Doppelverdiener profitieren 
  • Die Umsetzung ist spätestens bis 2032 geplant 

Tipp: Termin mit Steuerprofis buchen

Was ist die Individualbesteuerung überhaupt?

Bis heute gilt in der Schweiz für Ehepaare die gemeinsame Besteuerung: Einkommen und Vermögen werden zusammengezählt und gemeinsam versteuert. Genau hier entstand, wegen der progressiven Besteuerung, die bekannte «Heiratsstrafe», bei der verheiratete Doppelverdiener oft mehr Steuern zahlen als unverheiratete Paare.
Mit der neuen Individualbesteuerung wird dieses System grundlegend geändert. Künftig füllt jede erwachsene Person ihre eigene Steuererklärung aus, unabhängig davon, ob sie verheiratet ist oder nicht. Das Ziel: Mehr Fairness, mehr Transparenz und eine Besteuerung unabhängig vom Zivilstand.
 

Wer profitiert und wer nicht?

Die Auswirkungen sind komplex, aber einige Muster sind klar zu erkennen:

Profiteure:

  • Ehepaare mit zwei ähnlich hohen Einkommen
  • Gutverdienende Doppelverdiener

Diese Gruppen profitieren, weil ihre Einkommen nicht mehr gemeinsam in eine höhere Progressionsstufe fallen.

Mögliche Verlierer:

  • Einverdiener-Haushalte
  • Familien mit stark unterschiedlichen Einkommen
  • Teilweise auch Rentnerhaushalte

Hier kann es vorkommen, dass sich steuerliche Abzugsmöglichkeiten verschieben oder wegfallen.

Laut aktuellen Einschätzungen profitieren rund die Hälfte der Steuerpflichtigen, während etwa jede siebte Person mehr Steuern zahlen könnte.

Was bedeutet das konkret für Familien?

Für Familien im klassischen Rollenmodell (Mann arbeitet 100%, Frau wenig bis gar nicht) wird sich die Steuersituation deutlich verändern. Damit nimmt die Steueroptimierung an Bedeutung zu. Besonders wichtig sind künftig:

  • Aufteilung von Einkommen und Vermögen: Diese erfolgt strikt individuell
  • Kinderabzüge: Werden neu angepasst und teilweise erhöht
  • Vorsorge (z.B. Säule 3a): Muss neu bewertet werden

Ein Beispiel:
Wenn Du und Dein:e Ehepartner:in ungleich verdienen, kann es zukünftig sinnvoll sein, 3a-Gelder bei der wenig verdienenden Person nicht mehr einzuzahlen, da aufgrund der individuellen Besteuerung ohnehin die Steuerlast gegen Null fallen wird. Dadurch fehlt ein wichtiger Steuerabzugsmöglichkeit, was zu höheren Steuern führen wird. Gleichzeitig gibt es aber seit 2025 die Möglichkeit, später, sollte das Einkommen wieder erhöht werden, diese fehlenden Einkäufe nachzuholen. Eine rollende Planung nimmt also an Bedeutung zu.

Praxistipps zur individuellen Umsetzung

  • Prüft eure Steuersituation und hinterfragt eure Einkommensverteilung frühzeitig
  • Optimiere Deine Vorsorge (Säule 3a) individuell statt als Paar
  • Denke Deine Anlagestrategie neu, um das Maximum aus Deinem Vermögen zu holen
  • Plane Deine Altersvorsorge neu und berücksichtige steuerliche Effekte
  • Nutze professionelle Unterstützung für eine ganzheitliche Finanzplanung

Die Individualbesteuerung bringt Chancen, aber auch neue Komplexität. Wenn Du Deine persönliche Finanzplanung, Deine Altersvorsorge optimieren oder Deine Steuern gezielt senken möchtest, lohnt sich eine professionelle Analyse.

Buche einen persönlichen Beratungstermin mit einem unserer Finanz Profis, damit du eine klare Strategie für Deine Zukunft erhältst – verständlich, unabhängig und auf Deine Lebenssituation zugeschnitten.
 

Blogartikel von Alessia Raemy