Steuern sparen: 18 Tipps für Deine Steuererklärung

Einmal im Jahr steht sie an: die Steuererklärung. Mit dem richtigen Know-how bist Du nicht nur viel effizienter, sondern auch Deine Steuerlast reduziert sich. Keine Grauzonen. Kein Steuerbetrug. Keine Steuerumgehung.

Steuern in der Schweiz sind föderalistisch geregelt. Das bedeutet, Deine Steuerbelastung hängt nicht nur vom Bund ab, sondern auch von Kanton und Gemeinde. In diesem Blog-Artikel gehen wir auf 18 kantonsübergreifende Tipps, im Zusammenhang mit Deiner Steuererklärung, ein.

1. Steuererklärung immer ausfüllen

Reichst Du keine Steuererklärung ein, nimmt die Steuerbehörde eine sogenannte Ermessensveranlagung vor. Dabei werden Einkommen und Vermögen geschätzt, meist zu Ungunsten der steuerpflichtigen Person. Abzüge bleiben unberücksichtigt und Einsprachen sind aufwendig. Mit einer vollständig ausgefüllten Steuererklärung stellst Du sicher, dass Deine tatsächliche finanzielle Situation berücksichtigt wird und Du alle zulässigen Abzüge nutzen kannst.

2. Unnötiges Aufschieben

Das Aufschieben der Steuererklärung löst Dein Problem nicht. Im Gegenteil: Es setzt Dich das ganze Jahr unnötig unter Druck. Fristverlängerungen brauchen ebenfalls Zeit und sind bei fast allen Kantonen kostenpflichtig. Spätestens Mitte März solltest Du alle Unterlagen von Banken, Arbeitgebern und Drittpersonen zusammenhaben. Blockiere Dir ein kurzes Zeitfenster, indem Du überprüfst, ob Du alle Unterlagen beisammenhast. Denn ständige Unterbrüche wegen fehlenden Unterlagen sind frustrierend. Du solltest mit dem Ausfüllen der Steuererklärung erst starten, wenn alles komplett ist.

Nützlicher Tipp: In unserem Steuererklärungs-Check stellen wir Dir eine Dokumentenablage sowie eine detaillierte Checkliste zur Verfügung.

3. Fortlaufende Listen führen

Um im Folgejahr nicht nach Belegen suchen und Auflistungen erstellen zu müssen, empfehlen wir fortlaufende Listen zu führen. Wichtige Beispiele:

  • Gesundheitskosten
  • Immobilien-Investitionen
  • Kosten für berufliche Fahrten
  • Weiterbildungskosten

Fortlaufende Listen haben den Vorteil, dass jeder Beleg immer dann erfasst wird, wenn er anfällt. Den Beleg zur Liste hinzufügen und die mühsame Suche im Folgejahr ist Geschichte. Im Steuererklärungs-Check stellen wir Dir diese Listen zur Verfügung.

4. Höhere Zinsen für Vorauszahlung

Wer seine Steuern frühzeitig begleicht, kann von einem sogenannten Vergütungszins profitieren, dessen Höhe kantonal unterschiedlich festgelegt ist. Zwar sind diese Zinssätze aktuell eher tief, liegen jedoch häufig über den Zinsen klassischer Sparkonten. In den allermeisten Fällen lohnt es sich, die Steuern zumindest monatlich vorauszuzahlen.

5. Nettolohn statt Bruttolohn

Im Lohnausweis stehen verschiedene Zahlen. Vergewissere dich, dass du für die Lohnangaben den Netto- und nicht den Bruttolohn verwendest. Spesen sind ebenfalls kein Lohnbestandteil, den du versteuern musst.

Nützlicher Tipp: Kontrolliere vor der Übermittlung an die Steuerverwaltung, ob du die korrekte Zahl eingetragen hast.

6. Weiterbildungskosten

Kosten für berufliche Weiter- und Fortbildungen können in der Regel von den Steuern abgezogen werden, sofern es sich nicht um eine erstmalige Ausbildung handelt. Bei der direkten Bundessteuer liegt der Höchstbetrag bei CHF 12’900. Die kantonalen Limiten unterscheiden sich, bewegen sich jedoch meist zwischen CHF 12’000 und CHF 13’000. Für Weiterbildungen können auch Laptops oder Tablets sowie zusätzliche Weg- und Verpflegungsspesen in abgezogen werden. Für grössere Abzüge sind Belege erforderlich, wobei gewisse Kantone pauschale Abzüge ohne Nachweis zulassen.

7. Kranken- und Unfallkosten

Nicht von der Versicherung gedeckte Gesundheitskosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gehören beispielsweise Selbstbehalte, Zahnarztkosten oder Therapien. Entscheidend ist, dass diese Ausgaben eine gesetzlich definierte Grenze übersteigen. Sammle alle Belege systematisch, denn auch kleinere Beträge können in der Summe relevant sein und Deine Steuerbelastung reduzieren.

8. Fahrrad nicht vergessen

Wenn Du mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit anreist und für einen Teil der Strecke Dein Fahrrad nutzt, kannst Du, abgesehen der ÖV-Kosten, zwischen CHF 300 bis CHF 700 für Dein Fahrrad in Abzug bringen.

9. Spendenbelege und Barspenden

Spenden an anerkannte gemeinnützige Organisationen sind steuerlich abzugsfähig, sofern sie korrekt deklariert und belegt werden. Spendenquittungen oder Bestätigungen sind daher unerlässlich. Einige Kantone akzeptieren auch Barspenden ohne Beleg bis CHF 500. Neben dem steuerlichen Vorteil unterstützt Du damit gleichzeitig gesellschaftlich sinnvolle Projekte.

10. Einzahlungen in die Säule 3a

Für später sparen kann sich sogar steuerlich lohnen. Im Rahmen der Säule 3a kannst du maximal CHF 7'258 (Jahr 2026) in Abzug bringen, sofern Du erwerbstätig und einer Pensionskasse angeschlossen bist. Ohne Pensionskasse darfst du 20% Deines, der AHV gemeldeten, Einkommens abziehen, maximal jedoch CHF 36'288.

11. Einzahlungen in die Pensionskasse

Sofern es Deine Pensionskasse zulässt, kannst Du unbeschränkte Einzahlungen tätigen. Aber Achtung: Es ist nicht sinnvoll in einem Jahr eine so grosse Einzahlung zu tätigen, dass Du in den darauffolgenden Jahren keine Kapazität mehr hast. Wegen der progressiven Steuerlast ist es sinnvoller, über mehrere Jahre immer einen gewissen Betrag einzuzahlen – je nach Lebensphase manchmal mehr, manchmal weniger.

12. AHV-Beiträge nachzahlen

Fehlende AHV-Beiträge können zu Rentenkürzungen führen, lassen sich jedoch bis zu fünf Jahre rückwirkend nachzahlen. Diese Nachzahlungen sind steuerlich abzugsfähig und wirken doppelt positiv: Sie verbessern Deine spätere Altersrente und reduzieren gleichzeitig Dein steuerbares Einkommen im Zahlungsjahr. Gerade bei Ausbildungszeiten, Auslandsaufenthalten oder Selbstständigkeit lohnt sich eine genaue Prüfung.

13. Freiwillige Weiterversicherung der Pensionskasse

Nach dem 58. Lebensjahr ermöglichen die Pensionskassen die freiwillige Weiterversicherung der Vorsorge bis 65 Jahre. So kannst Du Dich auch bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsalltag oder mit reduziertem Beschäftigungsgrad wie gewohnt weiterversichern. Die dafür aufgewendeten Beiträge müssen von Dir bezahlt werden und können komplett den Steuern in Abzug gebracht werden.

14. E-Bankauszüge nutzen

Elektronische Bankauszüge sind ein praktisches Hilfsmittel für die Steuererklärung. Sie dienen als anerkannte Belege für Vermögen, Zinserträge, Spenden oder Vorsorgeeinzahlungen. Durch die digitale Übertragung der Daten sparst Du enorm viel Zeit beim Ausfüllen Deiner Steuererklärung – vor allem wenn Du mehrere Konten bei einer Bank führst.

15. Sabbatical planen

Wenn Du Dir eine längere Auszeit gönnen möchtest, solltest Du diesen auf den Jahreswechsel legen. So brichst Du die Progression über zwei Jahre und sparst Steuern.

Nützlicher Tipp: Bei unbezahltem Urlaub kannst du zusätzlich Steuern sparen, indem du die Pensionskassenbeiträge freiwillig weiterbezahlst. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass du während deinem Urlaub weiterhin versichert bist.

16. Umzug planen

Hast Du vor demnächst Die Wohngemeinde zu wechseln? Dann raten wir Dir die Steuersätze der Gemeinden zu vergleichen und den Umzug, sofern gegen Ende Jahr geplant, versuchen zu beeinflussen. Die Steuern werden nämlich fürs gesamte Jahr dort bezahlt, wo Du per 31.12. Deinen offiziellen Wohnsitz angemeldet hast. Falls Du also in eine teurere Steuergemeinde oder in einen teureren Steuerkanton umziehen möchtest, tue dies erst im neuen Jahr.

17. Kinderabzüge komplett berücksichtigen

Kinderabzüge bieten ein grosses Sparpotenzial, werden aber nicht immer vollständig ausgeschöpft. Dazu zählen Pauschalabzüge, Ausbildungskosten sowie externe Betreuung. Achte darauf, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind und die Angaben korrekt erfolgen. Gerade bei schulpflichtigen Kindern oder veränderten Betreuungssituationen lohnt sich eine genaue Prüfung, da sich kleine Details steuerlich stark auswirken können.

18. Steuererklärung regelmässig prüfen lassen

Das Steuerwesen in der Schweiz ist sehr komplex und stets in Bewegung, deshalb schadet ein geschultes Auge nie. Die kantonalen Unterschiede erschweren die Sache zusätzlich. Mit dem Steuererklärungs-Check gehen wir mit Dir Deine Steuererklärung durch und beantworten alle Deine Fragen. Damit erhältst Du die Sicherheit, dass alles stimmt und Klarheit für zukünftige Steuererklärungen.

Blogartikel von Marc Meier